NADINE HEGMANNS

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Stiftbesessen

Dolmetscher sind besessen von ihren Stiften. Das weiß ich aus eigener Erfahrung. Und auch von Kollegen hört man immer wieder ein „Klar, kann ich dir meinen Stift leihen. Aber Wiedersehen macht Freude!“ Warum achten wir so penibel darauf, welches Schreibwerkzeug wir mit zum Einsatz nehmen und dass es auch unbedingt wieder in unserem Federmäppchen landet, wenn wir wieder nach Hause gehen? Ganz einfach: Zum Dolmetschen benötigten wir (fast) immer einen Schreibblock. Entweder (und vor allem!) zum Konsekutivdolmetschen mittels Notizentechnik oder in der Simultankabine zum Mitschreiben von Zahlen, Abkürzungen, Vokabular etc. Wenn da ein Stift schmiert, mitten im Wort den Geist aufgibt, nicht sanft über das Papier gleitet oder einfach nicht gut in der Hand liegt, kann das zu unnötigem Stress in einer ohnehin schon fordernden Dolmetschsituation führen. Deshalb testen und hüten wir unsere Stiftlieblinge mit großer Leidenschaft. Es ist also nichts Persönliches, wenn wir unseren billigen Werbekuli zurückverlangen, selbst wenn es nur ein Werbegeschenk ist. Manchmal schreibt es sich damit einfach nur allzu gut!